#12 „Kopfgeburt Preußen“: Wie aus Geschichte eine Ausstellung wird
Shownotes
Wie werden aus historischen Überlegungen Räume, in denen Menschen Geschichte entdecken können? Christian Arpasi spricht mit Uta Bieger und Volker Böhm vom Berliner Büro für Wissensarchitekturen h neun über die Entstehung der Hauptausstellung „Kopfgeburt Preußen“ im Brandenburg-Preußen-Museum in Wustrau.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich ein widersprüchliches Preußen vermitteln lässt: nicht als Ergebnis eines großen Masterplans, sondern als Geschichte unterschiedlicher Entscheidungen, Interessen, Zufälle und Konflikte. Die drei Gesprächspartner erzählen von gemeinsamen Entwürfen, langen Diskussionen und der Übersetzungsarbeit zwischen historischem Fachwissen und den Perspektiven der Besucherinnen und Besucher.
Darum geht es im Gespräch
- Wie Uta Bieger und Volker Böhm zum Ausstellungsmachen kamen und warum der Name h neun auf eine gemeinsame WG in Weimar zurückgeht.
- Welche Bilder und Klischees von Preußen die Gestalter mitbrachten und wie sie sich mit dem Thema auseinandersetzten.
- Warum „Kopfgeburt Preußen“ thematisch statt chronologisch erzählt und eine Zeitleiste dennoch Orientierung bietet.
- Wie Originalobjekte, Texte, Hörstücke, Spiele und Medienstationen zu einer gemeinsamen Ausstellung zusammenfinden.
- Was hinter den vier leuchtenden, miteinander sprechenden Herrscherköpfen steckt und wie Generationenkonflikte einen Zugang zur Geschichte eröffnen.
- Wie Farben, Überschriften und die Anordnung der Objekte Orientierung schaffen, ohne einen festen Rundgang vorzuschreiben.
- Warum gute Ausstellungsgestaltung ihre aufwendige Entstehung nicht unbedingt erkennen lässt, etwa beim Spiel über den Weg der Salzburger nach Preußen.
Fünf Themen, viele Zugänge
Autorität, Pragmatismus, Effizienz, Expansion und Innovation bilden die fünf Themen der Ausstellung. Farblich zusammengefasste Inseln laden dazu ein, eigene Wege zu wählen und Zusammenhänge zu entdecken. Uta und Volker erläutern, warum sie Ausstellungen nicht nur als Orte der Wissensvermittlung verstehen, sondern auch als Orte der Auseinandersetzung, die vertraute Bilder infrage stellen können.
Das Getränk zur Folge
Diesmal gibt es Piña Colada. Den Anlass liefert ein Missverständnis am Planungstisch: Bei einer Diskussion über die spanische Armada verstand Volker irgendwann nur noch „Piña Colada“. Eine kleine Geschichte über die manchmal schwierige Verständigung zwischen Historiker und Ausstellungsgestaltern.
Die Ausstellung besuchen
„Kopfgeburt Preußen“ ist im Brandenburg-Preußen-Museum in Wustrau zu sehen. Wer nach dem Gespräch vorbeischaut, kann nicht nur darauf achten, was erzählt wird, sondern auch darauf, wie die Geschichte im Raum vermittelt wird.
Informationen zum Museum: www.brandenburg-preussen-museum.de
Informationen zu h neun Berlin: www.hneun.de
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